Sprachliche Bildung alt


Bundesprojekt „Sprach-Kitas“

„Sprach-Kita“ – was ist das?

Das Programm Sprach-Kita ist ein Programm des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und richtet sich an Kindertageseinrichtungen, die von einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Kindern mit besonderem Bedarf an sprachlicher Bildung und Förderung besucht werden. Deutschlandweit konnten sich Kindertagesstätten für dieses Programm bewerben. Unsere Kindertagesstätte „Gut Heuchelhof“ nimmt seit Januar 2016 am Projekt „Sprach-Kitas“ teil. Unsere Kita erhält somit bis Ende 2024 finanzielle Mittel, um eine zusätzliche Fachkraft für sprachliche Bildung für 19,5 Stunden in der Woche zu beschäftigen – Doris Band-Koch übernimmt bei uns diese Aufgabe. Zusätzlich erhalten wir als „Sprach-Kita“ Unterstützung durch eine externe Fachberatung für alle Fragen rund um Sprache und Inklusion.

 Warum wurde die Bundesinitiative gestartet?

Sprache ist der Schlüssel zur Welt: Durch sie erschließen wir uns die Welt, treten mit Menschen in Kontakt und eignen uns Wissen an. Sie ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe, Chancengleichheit und trägt zum späteren Erfolg in Bildung und Beruf bei. Eine frühe sprachliche Bildung leistet somit einen wichtigen Beitrag, damit jedes Kind gleiche Startchancen erhält. Eine Kultur, die soziale Vielfalt wertschätzt und die Teilhabe aller unterstützt, ist die Grundlage für Lern- und Bildungsprozesse.
Aus diesem Grund fördert das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Kindertagesstätten mit dem Programm „Sprach-Kitas“.

Welche Ziele werden mit dem Programm verfolgt?

Das Bundesprogramm „Sprach-Kita“ hat das Ziel, die Bereiche alltagsintegrierte sprachliche Bildung, Inklusive Bildung und die Zusammenarbeit mit den Familien in der Kindertagesstätte zu intensivieren und weiterzuentwickeln. Dabei wird unsere Kita und das Team mit Anregungen, Ideen und Projekten von unserer Fachkraft für sprachliche Bildung unterstützt.

  • Alltagsintegrierte sprachliche Bildung
    Wir wollen den gesamten Kita-Alltag nutzen, um Kinder gezielt in ihrer Sprachentwicklung anzuregen und zu fördern; die Kinder lernen somit Sprache inmitten ihrer Lebens- und Erfahrungswelt. Wir orientieren uns hierbei an den individuellen Kompetenzen und Interessen der Kinder. Sprachförderung ist in bedeutungsvolles Handeln eingebettet, durch feinfühlige Beziehungsarbeit begleitet und findet in allen Situationen des Einrichtungsalltags ihre praktische Umsetzung. Sprachliche Bildung geschieht in alltäglich wiederkehrenden Situationen (z.B. Mahlzeiten), freien Spielsituationen (z.B. Rollenspiel) und gezielten Angeboten. Wir erkennen, initiieren und nutzen Interaktionsgelegenheiten, um den Dialog mit Kindern und der Kinder untereinander zu Sprachbildungsprozessen zu fördern. Sprache durchzieht unseren Kita Alltag überall und jederzeit.
  • Inklusive Bildung
    Mit Vielfalt umgehen und eigene Stärken entdecken – diesen Ansatz, der viel Potenzial für Sprachanlässe bietet – werden wir leben. Wir fördern als Sprach-Kita eine inklusive Bildung, indem wir Kinder ermutigen, ihre eigene Identität zu entdecken, Gedanken und Gefühle zum Ausdruck zu bringen und gemeinsame Regeln zu vereinbaren. Vielfalt und Verscheidenheit sind eine Bereicherung unseres Kita-Alltags: Diesen Wert erkennen unsere pädagogischen Fachkräfte und nutzen ihn. Die Vielfalt der Kinder eröffnet zahlreiche Sprachanlässe und trägt so zu einer vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung bei.
  • Zusammenarbeit mit den Familien
    Eine vertrauensvolle und willkommen heißende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft zwischen unseren pädagogischen Fachkräften und den Familien der Kinder ist uns sehr wichtig, denn wir sehen die Familie als wichtigen Bildungsort für Kinder und sind davon überzeugt, dass ein offener Austausch auf Augenhöhe zum Wohle der Kinder beiträgt. Wir wollen Eltern unterstützen und beraten, wie sie auch zu Hause ein sprachanregendes Umfeld schaffen können, denn sprachliche Bildung findet auch zu Hause durch die Eltern statt. Die Zusammenarbeit mit den Eltern wollen wir vielfältig und bedarfsgerecht gestalten und Eltern nach Möglichkeit auch aktiv einbinden. Wir heißen Familien aller Kulturen willkommen und sehen sprachliche Vielfalt als Bereicherung.

 Welche Aufgaben hat die Fachkraft für sprachliche Bildung?

Unsere Sprachfachkraft Elisa Difronzo ist keinem festen Bildungs- und Erfahrungsraum oder einer Bezugsgruppe zugeordnet, sondern ist „für alle da“. Sie begleitet das Einrichtungsteam vor allem in den vier Zielbereichen alltagsintegrierte Sprachbildung, Inklusion und Zusammenarbeit mit den Familien und seit 2021 mit der Medienpädagogik. Sie unterstützt das Team mit Anregungen, Ideen und Projekten für sprachliche Bildung. Eines unserer ersten Projekte war die Gestaltung unserer „Zahlentreppe“ mit den Kindern und die Einführung des Kamishibai-Erzähltheaters als neue Methode zur Sprachförderung. Unsere Kita-Bücherei wird neu geordnet, umgestaltet damit unsere Kinder und die pädagogischen Mitarbeiterinnen das Medium Buch optimal zur Sprachförderung nutzen können. Hierbei wird das Medium „Bilderbuchkino“ im Rahmen der Medienpädagogik nach und nach erweitert. Neben verschiedenen Projekten, die zur Qualität der sprachlichen Bildung im Haus nachhaltig beitragen sollen, nimmt sich unsere Sprachfachkraft auch Zeit für die Kinder, um alltagsintegrierte Sprachförderung praktisch umzusetzen. Es wird erzählt, diskutiert, Fragen gestellt, Spielregeln ausgehandelt, gereimt, gerätselt, Geschichten gelauscht, gespielt und die Welt entdeckt.

Die Lebenswelt unserer Kinder ist geprägt von unterschiedlichsten kulturellen Einflüssen und verschiedenen Muttersprachen. Die Musik bietet die Möglichkeit Brücken zu schlagen, leichter Kontakte zu knüpfen und den Spracherwerb zu unterstützen. Kreisspiele – und Bewegungsspiele haben auch hier eine tragende Rolle. Die Vielfalt der Wirkung von Bewegung, Struktur, Rhythmus und Liedern ist
bedeutend. Das Gehirn verarbeitet Musik wie Sprache und die ausführenden Bewegungen im Kreisspiel sind vertiefend von Bedeutung. Das ist das Ergebnis einer Studie von Neurowissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Neuropsychologische Forschung in Leipzig.

Rhythmus, Betonung, Melodie und Klang – Sprache und Musik haben viele Gemeinsamkeiten. Und der Mensch nutzt beides, um zu kommunizieren und sich auszudrücken, manchmal sogar beides gleichzeitig. Jede Form von gemeinsamen Sing- und Bewegungsspielen fördern unter anderem die Sprache, das Selbstbewusstsein und die motorische Entwicklung. Dagegen regen Mitmachgeschichten vor allem die Fantasie an.

Diesen Bereich möchte ich als Sprach-Kita Fachkraft nutzen, und verstärkt Bewegungsspiele für drinnen und draußen anbieten und einführen.

Alle Handlungen, die im Kita-Alltag vollzogen werden, versprachlichen wir. Wir sagen nicht nur, was wir tun, sondern wir sagen gleich in einem Nebensatz, warum oder wozu wir etwas tun. Die Kinder bauen ihr sprachliches Können dabei Tag für Tag mehr aus und das ermöglicht ihnen, die Welt zu verstehen, sich in ihr einzubringen und sie zu gestalten. Sprache ist überall! So kann sich das Kind Stück für die Stück mit der Sprache seine Welt immer mehr erschließen.

Die sprachliche Entwicklung ist für die Persönlichkeitsentfaltung von besonderer Bedeutung. Wir wollen die Sprache und ihre Förderung nicht begrenzen, sondern einen Raum öffnen für die (sprachliche) Entfaltung, denn bereits der Sprachphilosoph Ludwig Wittgenstein erkannte:

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“


Unsere Kindertagesstätte besuchen Kinder aus unterschiedlichen Kulturen mit verschiedenen Familiensprachen.

Wir sehen diese kulturelle und sprachliche Vielfalt als Bereicherung und bringen allen Sprachen Wertschätzung entgegen. Die Erstsprachen der Kinder werden in unseren Kita-Alltag von den Pädagoginnen bewusst einbezogen und die Kinder finden somit ihre Sprache in unserer Kita wieder. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass wir unser Geburtstagslied in unterschiedlichen Sprachen singen, die Kinder stolz in ihrer Muttersprache etwas zählen oder ein zweisprachiges Bilderbuchkino anschauen.

Kinder aus anderen Kulturen erleben somit eine Wertschätzung ihrer Muttersprache und in allen Kindern wird Neugierde und Offenheit für andere Sprachen geweckt. Wir achten darauf, das jedes Kind, das unsere Kita besucht schnell die deutsche Sprache versteht und lernt, sich auszudrücken. Die Pädagoginnen führen intensive Dialoge mit Kindern und binden sie gezielt in sprachanregende Aktivitäten ein.

Intensive Dialoge und Kommunikation sind ein wichtiger Bestandteil unserer Pädagogischen Arbeit.

Kommunikation bedeutet, bewusst Kontakt aufzunehmen und persönliche Beziehungen zum Kind einzugehen. Ein Kind, das sich wohl und von der Pädagogin geliebt und angenommen fühlt, ist bereit, sich sprachich zu äußern. In feinfühligen Dialogen lernt das Kind seine Bedürfnisse, Gedanken und Gefühle mitzuteilen und erlebt, dass das was es zu sagen hat, wertgeschätzt wird und wichtig ist! Der Spaß und die Sprechfreude stehen hierbei immer im Vordergrund.

Wir nehmen uns bewusst Zeit für Dialoge mit dem Kind. Besonderen Wert legen wir hierbei auf wertschätzende Beziehungen und unser eigenes Sprachvorbild. Im Betreuungsalltag nutzen wir Sprechgelegenheiten und Sprechanlässe für intensive Gespräche. Situationen, die die Kinder gerade erleben bieten sich an, mit dem Kind über Dinge, Personen, Gefühlszustände oder Tätigkeiten zu sprechen. Somit kann beispielsweise beim Mittagessen ein intensives Gespräch über die Erzeugung von Lebensmitteln oder Lieblingsspeisen der Kinder entstehen.

Um die Sprachkompetenz der Kinder zu unterstützen, begleiten wir auch

Handlungen sprachlich und so hören Kinder immer wieder wichtige Worte und Ausdrucksweisen unseres Kita-Alltags wie zum Beispiel beim Anziehen in der Garderobe.


Der „Vorkurs Deutsch 240″ ist ein Angebot der Kindertagesstätte und der Grundschule für alle Kinder, die für die Weiterentwicklung ihrer sprachlichen Fertigkeiten noch Unterstützung brauchen. Bei uns in der Kita beginnt der Vorkurs bereits im vorletzten Kindergartenjahr vor der Einschulung, die Leonhard-Frank-Grundschule kommt zu Beginn des letzten Kindergartenjahres als Partner hinzu.

Im Vorkurs entwickeln die Kinder Interesse an Schrift und lernen unter anderem:

  • Gespräche führen
  • Erzählen
  • Wortschatz
  • Grammatische Fähigkeiten

Am „Vorkurs Deutsch 240″ nehmen jene Kinder mit Deutsch als Erst- oder Zweitsprache teil, die einer gezielten Begleitung und Unterstützung bei ihren sprachlichen Bildungs- und Entwicklungsprozessen bedürfen. Die Vorkursteilnahme verbessert die Startchancen der Kinder in der Schule. Dem Vorkurs geht eine Erhebung des Sprachstandes des Kindes in der ersten Hälfte des vorletzten Kindergartenjahres voraus und und die Teilnahme erfolgt ausschließlich mit der Zustimmung der Eltern.

Die Kooperationsbeauftragte Pädagogin der Leonhard- Frank- Grundschule ist Frau Adler. Sie kommt am Donnerstag von 8 – 9 Uhr zu uns in die Einrichtung und arbeitet mit den Vorkurskindern des letzten Kindergartenjahres in der Kleingruppe, sowie Freitag von 8 – 9 Uhr in der Leonhard-Frank-Schule.

Den anderen Teil des Vorkurses gestalten wir als Kindertageseinrichtung. Wir haben uns für eine alltagsintegrierte Form der Durchführung des Vorkurses entschieden.
Die sprachliche Bildung sehen wir als Querschnittsaufgabe, die alltagsintegriert bei uns in der Einrichtung einen wichtigen Stellenwert einnimmt. Ganzheitliche Sprachförderung geschieht nicht in Abgrenzung zu anderen Bildungsbereichen. Sprachliche Bildung findet somit nicht isoliert statt, sondern ist der „rote Faden“, der sich durch alle Ereignisse des Tages zieht und in den Bildungs- und Erfahrungsräumen eingebettet ist.
Die Bezugspädagogin des jeweiligen Vorkurskindes ist bei uns in der Einrichtung intensiv am Vorkursgeschehen beteiligt. Sie begleitet und unterstützt das Kind sprachlich, ist für die Beobachtung/ Dokumentation verantwortlich, führt die Gespräche mit den Eltern und Kooperiert mit der Vorkurspädagogin aus der Grundschule.

„In den Märchen und Geschichten erfahren wir vom Wissen der Alten, das uns heute die Welt besser begreifen lässt. Das Zuhören ist der Schlüssel zum Reichtum des Wissens und der Phantasie in uns selbst.“  (Gesine Kleinwächter)

In unserer Kindertagesstätte „Gut Heuchelhof“ liegt ein großer Schwerpunkt auf dem Thema „Sprache und Sprachvorbild“ sein.

Zur Sprachentwicklung gehören: die Freude an der Kommunikation, das Bedürfnis und die Fähigkeit die eigenen Gefühle, Erlebnisse und Gedanken sprachlich mitzuteilen, das Interesse an den Äußerungen Anderer, die Fähigkeit zuzuhören, die Freude am lebendigen Geben und Nehmen im Gespräch und am dialogorientierten Verhandeln.
Ab 07. November 2016 starteten wir in unserer Kita das Projekt „Erzählkunst in der Kita“ – Sprachförderung durch Erzählen von Märchen in unterfränkischen Einrichtungen mit der Märchenerzählerin Gesine Kleinwächter.

12 Kinder zwischen 4 und 5 Jahren und vor allem Kinder mit Migrationshintergrund treffen sich wöchentlich mit Frau Kleinwächter und einer Pädagogin immer montags in unserer Turnhalle.
Das Projekt wird zusätzlich finanziell unterstützt durch unseren Förderverein.

Das Erzählen von Märchen hat eine lange Tradition und ist gerade bei Kindern sehr beliebt, da das Gute stets über das Böse siegt.
Frau Gesine Kleinwächter hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch regelmäßiges künstlerisches Erzählen von Märchen die deutsche Sprache zu vermitteln und das Sprachverständnis von Kindern zu wecken und zu fördern. Das gelingt in Märchen besonders gut, da Märchen eine bildhafte Sprache haben.

Dabei reift bei den Kindern nicht nur die Kompetenz des Zuhörens, sondern auch die Sprachkompetenz, die es ihnen ermöglicht, sich an Diskussionen zu beteiligen und ihre Welt zu verstehen.
Märchen sollen Kinder zum Nachdenken und Nachfragen anregen. Das Projekt „Sprache – Sprechen, Erzählen, Schreiben mit Märchen“ ist schon erfolgreich in 2 Grundschulen gelaufen.
Jetzt haben wir erstmals die Möglichkeit dieses Projekt in den Kindergartenbereich zu transportieren und weiterhin in unseren Alltag zu integrieren.
Wir sind dankbar, dass es solche Möglichkeiten von außen gibt, um das Thema Sprache und Sprachverständnis noch intensiver mit den Kindern zu erleben.

Jeden Montagnachmittag treffen sich also unsere „dunkelblauen Kinder“ zum Märchenprojekt mit Gesine Kleinwächter und einer Pädagogin.
Gemeinsam gehen wir dann ins „Märchenland“. Der Weg dorthin ist nicht einfach, denn die Kinder müssen erst „über einen Bach balancieren, durch die Hecke kriechen, einen Berg erklimmen und am Hexenhaus vorbei schleichen“.
Wenn das geschafft ist, wird der große Schlüssel ins Türschloss gesteckt und mit den Zauberworten „Krick“ und „Krack“ die Märchentür aufgeschlossen.

In der Mitte unseres Kreises steht ein Körbchen bereit mit einem Symbol von dem aktuellen Märchen.
Gesine Kleinwächter erzählt danach den Kindern das neue Märchen. Nach der Erzählung fassen die Kinder das Märchen zusammen, indem sie die Figuren benennen und die Handlung des Märchens wiedergeben.
Auch werden hier für die Kinder neue Begriffe bildlich und anschaulich erklärt.

An unserem altershomogenen Vormittag greifen wir das Märchen noch einmal auf und spielen es nach oder malen in unserem Märchenheft dazu.
In dieser Kleingruppe haben alle Kinde rdie Möglichkeit ihr Wissen, ihre Merkfähigkeit und ihre Frage vorzubringen.
Das Gehörte und Erlebte kann so besser vertieft werden und bleibt nachhaltig im Gedächtnis haften.

Am Ende des Märchenprojektes werden wir ein Märchenabschlussfest feiern.


Musik & Sprache

 

Es gibt Bereiche der Seele, die nur durch die Musik beleuchtet werden.“

(Zoldan Kodaly, ungarischer Komponist)

Die Freude, Neugier und Faszination an der Musik ist bei allen Kindern vorhanden. Sie singen, trommeln und tanzen zu zweit oder in kleineren Gruppen unter eigener Regie und stecken sich gegenseitig mit ihrer Freude an der Musik an. Dies zu erkennen, aufzugreifen und zu nutzen sehen wir als wichtige Aufgabe unserer pädagogischen Arbeit.

Die Entwicklung ihrer musikalischen Fähigkeiten schließt sprachliche Lernprozesse in vielfältiger Form mit ein. Dieses implizite Lernen, das quasi nebenbei erfolgt, kann durch gezieltes Aufgreifen für die sprachliche Förderung genutzt werden.

Die Lebenswelt unserer Kinder ist geprägt von unterschiedlichsten kulturellen Einflüssen und verschiedenen Muttersprachen. Die Musik bietet die Möglichkeit Brücken zu schlagen, leichter Kontakte zu knüpfen und den Spracherwerb zu unterstützen.

Musik findet im Alltag unsere Kita täglich und quasi nebenbei statt: in den Morgenkreisen, beim Wickeln, beim Waschen, vor dem Essen, wir erzählen singend, begleiten Kinder beim spontanen Singen, geben akustische Signale zu wiederkehrenden Aktivitäten im Tagesablauf und vieles mehr.

Beim Singen und Musizieren steht für uns die Freude und Begeisterung im Vordergrund, denn wir wissen, dass dies die wunderbarste und reinste Form des Lernens ist.

Viele wichtige Basiskompetenzen werden durch musikalische Aktivitäten gefördert: 

  • Bewusstes Zu- bzw. Hinhören (Geräusche, Töne, Wörter, Stille erlauschen….)
  • Rhythmus- und Taktgefühl
  • Artikulation, Schulung der Sprechwerkzeuge (Experimentieren mit Lauten & Silben)
  • Körperbewusstsein
  • Gefühl für Klangfarben und Melodiebögen
  • Konzentration und Ausdauer
  • Wortschatzerweiterung
  • Stärkung der kulturellen Identität
  • Kennenlernen kultureller Vielfalt (z. B. durch Singen in verschiedenen Sprachen)
  • Erprobung verschiedener Redeweisen und Dialogformen (Frage-Antwort)
  • Kontakt- und Teamfähigkeit
  • Partizipation in Form von aktiver Mitgestaltung
  • Kennenlernen verschiedener Ausdrucksmöglichkeiten
  • Erfahrungen mit verschiedenen grammatischen Formen und Satzarten
  • Verfeinerung des Ausdrucks von Gefühlen

Zusätzlich zum täglichen Musizieren in den Bildungsräumen gibt es in unserer Kita:

Die Musikwerkstatt

In  unserer Musikwerkstatt finden die Kinder viele Möglichkeiten musikalischer Betätigung. Sie dürfen dort sowohl in Kleingruppen in Begleitung einer Fachkraft als auch ohne Begleitung mit Freunden aktiv sein.

Ohne Fachkraft haben sie die Möglichkeit auf einfachen Instrumenten zu spielen und mit Klängen zu experimentieren, mit ihrer Stimme, ihrem Körper und Freunden selbst kreativ zu sein und sich musikalisch  auszudrücken. Außerdem können sie Musik hören. tanzen oder entspannen.

Zudem gibt es musikalische Angebote von Fachkräften zur Liedeinführung, um Instrumente und deren Klang zu erforschen und deren Namen kennen zu lernen, Klanggeschichten zu entwickeln, zu tanzen, zu singen, zu erzählen, Feste vorzubereiten ….

Frühe musikalische Erfahrungen wirken nachhaltig: fast jeder Erwachsene erinnert sich an eine Melodie, einen Refrain oder eine Liedzeile – diese Erinnerungen werden gestützt durch die besonders nahe Verbindung von Sprache mit Musik.

„Es ist eigenartig, aber aus neurowissenschaftlicher Sicht spricht alles dafür dass, (…) das unbekümmerte, absichtslose Singen – den größten Nutzeffekt der Entwicklung von Kindergehirnen hat.

Darüber lohnt es sich, etwas länger nachzudenken.“

Gerald Hüther, Hirnforscher